Hundesport und Arbeit
Von der BH-VT zur IGP: der Weg in Stufen
BH-VT, SchH, VPG, IGP: vier Kürzel für einen Weg, der sich in dreißig Jahren zweimal umbenannt hat. Dieser Text sortiert die Stufen und die alten Namen.
Der geregelte Hundesport hat eine Eingangstür und danach einen Aufstieg in Stufen. Die Tür ist die Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest, kurz BH-VT: sie prüft nicht Leistung, sondern Alltagstauglichkeit, und sie ist Voraussetzung für den Zugang zu den meisten weiterführenden Prüfungen. Darüber liegt die Gebrauchshundprüfung mit ihren drei Abteilungen, die in den vergangenen Jahrzehnten zweimal ihren Namen gewechselt hat und heute IGP heißt.
Wie ist der Ablauf der Begleithundeprüfung?
Eine Prüfung in mehreren Teilen, die zusammen eine einzige Frage beantworten: kann dieses Mensch-Hund-Team sich im Alltag angemessen bewegen. Vor dem praktischen Teil steht ein schriftlicher Sachkundenachweis, den die Person ablegt und nicht der Hund; abgefragt werden Grundlagen zu Haltung, Gesundheit, Zucht und Recht. Danach folgt ein Übungsteil auf dem Platz, in dem Gehorsam und Führigkeit geprüft werden, und schließlich der Verkehrsteil im öffentlichen Raum, in dem das Verhalten gegenüber Passanten, Fahrzeugen, Radfahrern und anderen Hunden beurteilt wird. Das Zulassungsalter liegt bei fünfzehn Monaten.
Die Eintrittskarte in Zahlen
Drei Teile: Sachkundenachweis, Übungsteil auf dem Platz, Verkehrsteil in der Öffentlichkeit. Zulassungsalter fünfzehn Monate. Voraussetzung für den Zugang zu den meisten weiterführenden Gebrauchshundprüfungen.
Quelle: Begleithundeprüfung nach der Prüfungsordnung von FCI und VDH. Stand: 02.09.2026.
Warum steht ein schriftlicher Teil am Anfang?
Weil die Prüfung ausdrücklich das Team betrifft und nicht nur den Hund. Wer im öffentlichen Raum mit einem Hund unterwegs ist, trifft laufend Entscheidungen, die Kenntnisse voraussetzen, und der Sachkundenachweis prüft genau diese Grundlagen ab. Für viele ist das der unbeliebteste Teil und zugleich der, an dem sich am meisten ändert: die Fragen zwingen dazu, Regeln einmal nachzulesen, die sonst vom Hörensagen leben.
Was war SchH, was ist VPG?
Zwei frühere Bezeichnungen derselben Prüfungslinie. Auf älteren Papieren und in älteren Ahnenreihen steht deshalb ein Kürzel, das es heute nicht mehr gibt, obwohl der Hund eine Prüfung derselben Systematik abgelegt hat. Das ist keine Kleinigkeit beim Lesen eines Pedigrees: wer die alten Kürzel nicht kennt, hält eine geprüfte Ahnenreihe für eine ungeprüfte. Wann genau der Wechsel von der einen zur anderen Bezeichnung erfolgte, geben wir hier nicht an: wir haben die Jahreszahl an diesem Stand nicht in einer Ordnung nachgelesen, und ein falsches Jahr wäre schlimmer als keines.
Wann wurde daraus IGP?
Zum 1. Januar 2019. Seit diesem Datum gilt für Gebrauchshundeprüfungen die Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung der FCI unter der Bezeichnung IGP. Der Übergang betraf die Bezeichnung und die Fassung der Ordnung, nicht den Grundaufbau der Prüfung: die drei Abteilungen sind geblieben. Für die Praxis heißt das, dass Ergebnisse aus der Zeit davor weiterhin gültige Ergebnisse sind, nur eben unter einem älteren Namen eingetragen.
| Bezeichnung | Status | Was Sie beim Lesen beachten |
|---|---|---|
| SchH | historisch | Steht auf älteren Papieren, bezeichnet dieselbe Prüfungslinie |
| VPG | historisch | Zwischenzeitliche deutsche Bezeichnung, ebenfalls dieselbe Linie |
| IGP | seit dem 1. Januar 2019 gültig | Heutige Bezeichnung, mit Stufenziffer eins bis drei |
| Abteilung A | Bestandteil | Fährtenarbeit |
| Abteilung B | Bestandteil | Unterordnung |
| Abteilung C | Bestandteil | Schutzdienst |
Wie ist die IGP aufgebaut?
Aus drei Abteilungen, die in einer Prüfung zusammen abgelegt werden: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst. Die drei prüfen sehr verschiedene Fähigkeiten, und genau das ist die Idee dahinter, denn geprüft wird die Vielseitigkeit und nicht eine einzelne Stärke. Die Stufen eins bis drei bauen aufeinander auf und steigern Umfang und Anforderungen. Den Inhalt der einzelnen Übungen geben wir hier nicht wieder: Prüfungsordnungen sind geschützte Texte, und eine verkürzte Nacherzählung wäre für ein Training ohnehin unbrauchbar.
Was ist der Schutzdienst und was ist er nicht?
Eine Abteilung einer geregelten Prüfung mit festgelegten Übungen, festgelegtem Ablauf und einer Bewertung durch einen Richter, ausgeübt im Rahmen eines Vereins. Er ist kein Training zur persönlichen Verteidigung und wird auch nicht als solches geprüft. Diese Seite enthält dazu keine Anleitung und keinen Ratschlag, weil beides in die Hände von Ausbildern gehört. Warum dieser Teil der Prüfung das öffentliche Bild einer ganzen Varietät prägt, behandelt das Porträt Der Malinois.
Vier Irrtümer über den Weg in den Hundesport
- Die BH-VT prüft den Hund. Sie prüft das Team, und der schriftliche Teil betrifft ausschließlich den Menschen.
- Ein altes Kürzel zählt weniger. SchH und VPG bezeichnen dieselbe Prüfungslinie und sind gültige Ergebnisse.
- IGP ist ein Schutzhundekurs. Der Schutzdienst ist eine von drei Abteilungen einer Vielseitigkeitsprüfung, kein eigenes Ausbildungsziel.
- Erst die Prüfung, dann der Alltag. Umgekehrt: was im Verkehrsteil geprüft wird, entscheidet sich lange vorher auf dem täglichen Weg.
Braucht man die BH-VT für Agility?
Das entscheidet die Prüfungsordnung der jeweiligen Disziplin und die Ordnung des durchführenden Verbandes, nicht eine allgemeine Regel. Für die Gebrauchshundprüfungen ist die BH-VT die Voraussetzung; für andere Formate ist im Einzelfall nachzusehen, und wir haben es für den Turniersport an diesem Stand nicht in der gültigen Ordnung geprüft. Unabhängig von der formalen Zulassung ist sie sinnvoll: was sie abfragt, ist die Grundlage für jedes Training im öffentlichen Raum. Wie der Turniersport in Klassen aufgebaut ist, beschreibt Agility mit dem Belgier.
Welche Wege gibt es noch?
Neben Gebrauchshundsport und Turniersport steht die Rettungshundearbeit mit einer eigenen internationalen Prüfungsordnung, die von IRO und FCI erarbeitet und vom deutschen Dachverband übernommen wird. Sie gliedert sich in Sparten, die sich nach dem Einsatzbild unterscheiden, von der Fläche über Trümmer bis zu Fährte, Lawine und Wasser, und sie führt von einer Eignungsprüfung über aufsteigende Stufen. Auch dort steht am Anfang eine geprüfte Grundlage im Gehorsam. Die zugehörigen Kürzel stehen im Verzeichnis Kürzel und Ergebnisse.
Was bringt eine Prüfung dem Alltag?
Vor allem einen Rahmen. Eine Prüfungsordnung beschreibt ein Ziel, einen Weg dorthin und einen Termin, an dem jemand von außen beurteilt, wo ein Team steht; das ist mehr Struktur, als ein selbst zusammengestelltes Programm je liefert. Genau deshalb halten wir die Formatfrage für wichtiger als die Frage nach der Menge an Beschäftigung. Wer wissen will, wie sich das im Wochenplan niederschlägt, findet es in Auslastung ohne Überforderung; wer wissen will, welche Ebene welche Ordnung erlässt, findet es bei den Verbänden und Vereinen.