Zum Inhalt springen
Saargold MagazinBelgische Schäferhunde, Hundesport und Hundeleben im Südwesten

Papiere und Ausstellung

Verbände und Vereine: wer wofür zuständig ist

Hinter jedem Papier und jeder Prüfung steht eine Organisation. Diese Seite ordnet sie nach Zuständigkeit, von der internationalen Dachorganisation bis zum Sportverband, ohne Rangfolge und ohne Empfehlung.

Aufgeschlagener Aktenordner mit beschrifteten Registerkarten neben einer Lupe auf einem Schreibtisch bei kühlem Tageslicht

Hinter jedem Papier, jeder Prüfung und jeder Bewertung steht eine Organisation, und die Verwirrung entsteht fast immer daran, dass mehrere davon gleichzeitig zuständig sind, allerdings für verschiedene Dinge. Vier Ebenen greifen ineinander: eine internationale Dachorganisation hält den Rassestandard und die internationalen Prüfungsordnungen, ein nationaler Dachverband setzt den Rahmen für Zucht und Ausstellungen in Deutschland, ein Rasseverein führt das Zuchtbuch und erlässt die Zuchtordnung, und Sportverbände führen die Prüfungen durch. Diese Seite ordnet die Ebenen, die für den Belgischen Schäferhund zusammenwirken, sie empfiehlt niemanden und sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Was macht die FCI?

Die Fédération Cynologique Internationale ist der internationale Dachverband, in dem nationale Organisationen Mitglied sind. Sie führt die Nomenklatur der Rassen, veröffentlicht die Rassestandards und gibt internationale Prüfungsordnungen heraus. Für den Belgischen Schäferhund ist das der Standard mit der Nummer 15, Gruppe 1, Sektion 1, mit Belgien als Ursprungsland; die derzeit gültige Fassung trägt das Datum 13. März 2001. Für den Gebrauchshundesport gibt sie die Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung heraus, die seit dem 1. Januar 2019 unter der Bezeichnung IGP gilt.

Was macht der VDH?

Der Verband für das Deutsche Hundewesen ist die nationale Ebene in Deutschland. Er setzt mit seiner Zuchtordnung und seiner Ausstellungsordnung den Rahmen, in dem die angeschlossenen Vereine arbeiten, er regelt die Vergabe der nationalen Anwartschaften und Titel, und er übernimmt internationale Prüfungsordnungen für den deutschen Bereich. Wichtig für das Verständnis eines Papiers: der Dachverband führt in aller Regel nicht selbst das Zuchtbuch einer Rasse, sondern beaufsichtigt den Rahmen, in dem der zuständige Verein es führt. Deshalb steht sein Kürzel auf Dokumenten, die er nicht ausgestellt hat.

Die vier Ebenen, ihre Aufgabe und das Papier, das dabei entsteht. Quellen: Rassestandard Nummer 15 und Prüfungsordnungen der FCI, Zucht- und Ausstellungsordnung des VDH, Livre des Origines Saint-Hubert. Stand 02.09.2026
EbeneWofür sie zuständig istWas daraus entsteht
Internationale DachorganisationRassestandards, Nomenklatur, internationale Prüfungsordnungen, internationale TitelDer Standard, die Prüfungsordnungen, die internationalen Anwartschaften
Nationaler DachverbandRahmenordnungen für Zucht und Ausstellung, nationale Anwartschaften und TitelZuchtordnung, Ausstellungsordnung, nationale Titel
RassevereinZuchtbuch der Rasse, eigene Zuchtordnung, Zuchtzulassung, rasseeigene VeranstaltungenDie Ahnentafel, die Zuchtzulassung, gegebenenfalls die Körung
SportverbandDurchführung von Prüfungen und Turnieren nach der jeweiligen PrüfungsordnungPrüfungsergebnisse im Leistungsheft
Zuchtbuch des UrsprungslandesEintragung in Belgien, dem Ursprungsland der RasseBelgische Ahnentafeln, anerkannt im FCI-Rahmen

Was macht ein Rasseverein?

Er ist die Stelle, die einer Rasse am nächsten steht. Er führt das Zuchtbuch, erlässt seine Zuchtordnung, prüft die Voraussetzungen und erteilt die Zuchtzulassung, und er richtet die rasseeigenen Veranstaltungen aus, auf denen Hunde einer einzigen Rasse gegeneinander gestellt werden. Weil die Voraussetzungen für die Zucht auf dieser Ebene entstehen, unterscheiden sie sich zwischen Vereinen, auch innerhalb desselben nationalen Rahmens. Wer eine verbindliche Auskunft über Zuchtbedingungen braucht, holt sie deshalb hier und nicht bei einer der übergeordneten Ebenen. Das Verfahren im Überblick steht in Zuchtzulassung und Körung.

Wer stellt die Ahnentafel aus?

Der Verein, der das Zuchtbuch führt, in dem der Hund eingetragen wird. Das ist die Antwort, die die meisten Missverständnisse auflöst: nicht die internationale Dachorganisation, nicht der nationale Dachverband und nicht die Person, bei der ein Hund geboren wurde, sondern das buchführende Register. Auf dem Dokument selbst tauchen trotzdem mehrere Kürzel auf, weil es den Rahmen mit ausweist. Wie sich diese Ebenen im Aufbau eines Papiers zeigen, erklärt die Ahnentafel lesen.

Wer welches Papier ausstellt

Die Ahnentafel stellt das buchführende Zuchtbuch aus. Die Bewertungskarte stellt der Veranstalter einer Ausstellung nach der Ausstellungsordnung aus. Das Prüfungsergebnis trägt der prüfende Verband in das Leistungsheft ein. Den Gelenkbefund erstellt eine auswertende Stelle nach einem festgelegten Schema. Vier Dokumente, vier Aussteller, vier Regelwerke.

Quellen: Zucht- und Ausstellungsordnung des VDH, Prüfungsordnungen der FCI. Stand: 02.09.2026.

Was ist LOSH?

Das Livre des Origines Saint-Hubert ist das belgische Zuchtbuch, geführt von der Société Royale Saint-Hubert, der 1882 gegründeten und für die FCI zuständigen Organisation in Belgien. Weil Belgien das Ursprungsland des Belgischen Schäferhundes ist, laufen Ahnenreihen dieser Rasse häufig über dieses Buch, insbesondere bei den selteneren Varietäten. Eintragungen der FCI-Mitgliedsorganisationen werden gegenseitig anerkannt, sodass eine belgische Abstammung auch in einem anderen Land als Nachweis gilt.

Wer organisiert die Prüfungen?

Die Sportverbände und ihre Vereine, jeweils nach der Prüfungsordnung, die für die betreffende Disziplin gilt. Die Ordnung kommt dabei häufig von oben, die Durchführung findet unten statt: eine internationale Prüfungsordnung wird vom nationalen Dachverband übernommen, und geprüft wird auf einem Vereinsplatz. Daraus folgt eine praktische Regel für die Suche: die Bedeutung eines Prüfungskürzels steht in der Ordnung, der Termin steht beim durchführenden Verein, und beides ist nicht dasselbe. Welche Kürzel im Sport überhaupt vorkommen, sortiert das Verzeichnis Kürzel und Ergebnisse, und wie die Stufen aufeinander folgen, ordnet von der BH-VT zur IGP.

Welche Stelle beantwortet welche Frage

  • Wie sieht die Rasse aus? Der Rassestandard, also die internationale Dachorganisation.
  • Darf mein Hund in die Zucht? Die Zuchtordnung des Rassevereins, der das Zuchtbuch führt.
  • Was heißt diese Note auf der Karte? Die Ausstellungsordnung des nationalen Dachverbands.
  • Wie läuft diese Prüfung ab? Die Prüfungsordnung der Disziplin, herausgegeben oder übernommen vom zuständigen Verband.
  • Stimmt diese Nummer auf dem Papier? Das Zuchtbuch, das den Eintrag vorgenommen hat, und keine andere Stelle.

Warum steht hier keine Liste mit Adressen?

Weil eine Adressliste eine Empfehlung wäre, und dieses Magazin empfiehlt niemanden. Genannt werden Organisationen in ihrer Funktion, also weil sie eine Regel erlassen oder ein Papier ausstellen, und nicht als Tipp; ein Rangvergleich zwischen Verbänden oder Vereinen findet hier nicht statt. Dazu kommt ein praktischer Grund: eine Liste veraltet, ein Zuständigkeitsschema nicht. Wer eine konkrete Stelle sucht, findet sie über die Ebene, die für seine Frage zuständig ist, und diese Ebene steht in der Tabelle weiter oben. Warum das eine Regel und keine Zurückhaltung ist, steht in den redaktionellen Grundsätzen.

Was diese Übersicht nicht ist

Sie ist nicht vollständig. Neben den beschriebenen Ebenen bestehen weitere Organisationen, in Deutschland wie international, und es gibt Zuchtgeschehen außerhalb dieses Rahmens, das anderen Regeln folgt. Diese Seite ordnet, wer im FCI-Rahmen wofür zuständig ist, weil nur dieser Rahmen in veröffentlichten Ordnungen nachlesbar ist. Sie bewertet nichts und niemanden, und sie ersetzt keine Auskunft der zuständigen Stelle.